Körperliche Geburtsvorbereitung

Für meinen Podcast „MAMAphil“ habe ich eine Folge erstellt, in der ich dir die fünf Säulen der Geburtsvorbereitung vorstelle. Eine Säule davon ist die Körperliche Geburtsvorbereitung. 

Ich zeige dir 5 effektive Wege, um dich und deinen Körper auf die Herausforderung „Geburt“ vorzubereiten.

Vorbereitung des Damms

  1. Damm-Massage und EPI-NO bzw. ANIBALL

Du hast vermutlich schon davon gehört, dass es während einer Geburt zu einem Dammriss oder einem Dammschnitt kommen kann. Oder du hast selbst schon eine Geburt mit einer dieser Vorkommnisse erlebt. Spätestens dann wirst du versuchen, bei einer neuen Schwangerschaft und Geburt alles Mögliche zu berücksichtigen, dass es zu keinem weiteren Riss oder Schnitt kommt.

Einen Dammriss oder Dammschnitt zu haben, ist nicht unbedingt ungewöhnlich, die Dammschnittrate liegt ca. bei 20-30%, wobei es gravierende Unterschiede in der Häufigkeit gibt zwischen Krankenhausgeburt und der Geburt im Geburtshaus oder der Hausgeburt. Umso medizinischer die Umgebung, desto höher die Rate.

Sowohl Dammriss als auch Dammschnitt können recht unangenehme Nachwirkungen einer Geburt sein. Zum Teil muss die Wunde genäht werden und die Nähte können, gerade in dieser sehr sensiblen Region, Schmerzen verursachen. In Einzelfällen kann es auch zu Entzündungen kommen. Die Wundheilung wird häufig von Brennen begleitet, ausserdem kann das Sitzen in den ersten Tagen (und bei manchen Frauen auch für Wochen) unangenehm sein. 

Von daher macht es Sinn, sich mit den diversen Möglichkeiten auseinander zu setzen, die dem Dammriss/Dammschnitt vorbeugen sollen.

Ein sehr altes und verbreitetes Mittel in der körperlichen Geburtsvorbereitung ist die Damm-Massage, bei der ca. 4 Wochen vor ET einmal täglich der Damm mithilfe eines Damm-Massageöls massiert wird. Dadurch wird das Gewebe im Scheiden-Damm-Bereich besser durchblutet, weicher und dehnungsfähiger. 

Um das Risiko einer Dammverletzung weiter zu senken, kann ein Produkt hinzugezogen werden, dass deine Beckenbodenmuskulatur und deinen Damm sanft dehnt und auf die Geburt, respektive auf den Austritt des Kopfes, vorbereitet. Der EPI-NO oder der ANIBALL sind die beiden Produkte, die es  hierfür aktuell auf dem Markt gibt. Beide Produkte arbeiten im Grund genommen gleich; es sind kleine Ballons, die mithilfe eines anhängenden Blasebalgs auf unterschiedliche Grössen gepumpt werden können. Die aufgepumpten Ballons können den Austritt des Köpfchens aus der Scheide simulieren. Beide Produkte wurden von Gynäkologen, Hebammen und Schwangeren entwickelt und werden dennoch kontrovers diskutiert. Ich empfehle daher, sich vor dem Kauf über beide Produkte zu informieren und das eigene Bauchgefühl sprechen zu lassen. Wenn sich der Einsatz eines der beiden Produkte für dich stimmig anfühlt, dann kannst du es damit versuchen. Wenn du dir unsicher bist, ziehe deine betreuende Hebamme mit in deine Entscheidung ein. Übrigens sind sowohl der EPI-NO als auch der ANIBALL für die Rückbildung geeignet, d.h. dass du mit ihnen deinen Beckenboden nach dem Wochenbett trainieren kannst.

TCM

  1. Akupunktur

Geburtsvorbereitend werden sehr verbreitet auch Akupunktur-Sitzungen durchgeführt, häufig wird dies von speziell ausgebildeten Hebammen gemacht, aber auch Akupunktur-Praxen bieten diese Möglichkeit an. In der Regel werden in den letzten vier Schwangerschaftswochen vier bis acht Akupunktur-Sitzungen ein- bis zweimal wöchentlich durchgeführt.

Mit einer frühzeitigen Geburt ist unter Einsatz der Akupunktur nicht zu rechnen. Die mit der Akupunktur behandelten Bereiche ändern sich zum Teil von Woche zu Woche, immer abhängig davon, wie weit du in deiner Schwangerschaft bereits vorangeschritten bist. Akupunktur wird deinen Körper in seinem natürlichen Verlauf und Fortschreiten der Schwangerschaft unterstützen und fördern, d.h. sie wirkt dann, wenn dein Körper von sich aus bereit ist. Man könnte auch sagen: Akupunktur kann der fehlende letzte „Kick“ deiner körperlichen Geburtsvorbereitung sein.

Mit Akupunktur kann eine signifikant verkürzte Geburtsdauer und eine deutlich bessere Muttermundreifung erreicht werden, wie einige kontrollierte Studien beweisen konnten.

Pflanzliche Heilmittel

  1. Himbeerblättertee

Also Schwangere solltest du über den Tag verteilt mindestens 1,5 Liter trinken, am besten eigenen sich Wasser, Tee oder grosszügig verdünnte Fruchtsäfte. Warum also nicht zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen und Himbeerblättertee trinken?

Den erhältst du in Apotheken, Reformhäusern und in einigen Drogerien. Er ist ein pflanzliches Heilmittel, der sowohl eine entkrampfende als auch eine wellenfördernd Wirkung haben soll. Hebammen empfehlen diesen Tee in der Regel ab der 37. Schwangerschaftswoche zu trinken. 

Eine gängige Verzehrempfehlung lautet: In der ersten Woche (SSW 37) sollte täglich eine Tasse getrunken und in der darauffolgenden Woche eine Pause eingelegt werden. Ab SSW 39 darf die Trinkemenge auf bis zu vier Tassen täglich erhöht werden. 

Während der Schwangerschaft hilft Himbeerblättertee dabei, dass der Muttermund und die Beckenmuskulatur weich und locker werden. Das kann die Geburt erleichtern, weil es den Geburtsvorgang beschleunigen und die Wellenphase verkürzen kann.

Ernährung

  1. Gesunde Lebensmittel

Eine gute Ernährung, darunter verstehe ich wenig Zucker und stattdessen viel frische und wertvolle Lebensmittel, hält deinen Körper fit und gesund. Und nicht nur dich, sondern natürlich auch dein ungeborenes Kind. Also lass eine gesunde Ernährung Teil deiner körperlichen Geburtsvorbereitung werden.

Du fühlst dich fitter, weniger müde, kraftvoller und hast Energie für vor allem für die letzten Wochen deiner Schwangerschaft. Du wirst dich ausserdem besser auf die körperlichen Herausforderungen vorbereiten, die sowohl Geburt als auch Wochenbett von dir abverlangen.

Bewegung

  1. Sportliche Aktivität

Sofern dir keine strikte Bettruhe verordnet wurde, kann ich dir nur empfehlen: versuche dich so viel wie möglich und so kurz vor deiner Geburt wie möglich zu bewegen.

Bewegung hält dich fit, macht den Kopf frei, bringt gute Laune: das alles kannst du für deine Geburt sehr gut gebrauchen.

Wie deine Bewegung dabei aussieht, das entscheidest allein du. Vielleicht gehst du gerne Spazieren oder Schwimmen. Oder du machst einfache Asanas (Yoga-Übungen). Was sich gut anfühlt, tut auch gut. Dir und deinem Baby.

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