Kann eine Geburt nach Plan verlaufen?

Schwangere Frau

Klingt doch spannend. Als ob man sich etwas aussuchen könnte. Ein Geburtsplan also. Manche sprechen auch von „Geburtspräferenzen“, was ich einen gelungen Ausdruck finde. Andere sagen „Geburtswünsche“, aber das tönt mir zu sehr nach der Zauberfee.

Wenn Paare enttäuscht sind von ihrer Geburt.

Leider reden Paare zu häufig enttäuscht von ihrer Geburtserfahrung. Oft hört man Aussagen wie: „Oh nächstes Mal…“ oder „Wenn sie das nur nicht gemacht hätten…“ oder „Wenn ich doch nur gewusst hätte…“.

Vielleicht kannst du dir vorstellen, welch negative Erfahrung eine Geburt sein kann, wenn du dich als Frau übergangen, nicht ernstgenommen oder überrrumpelt fühlst. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn während der Geburt Fragen auf dich einprasseln, die du schnell und ohne tieferes Wissen beantworten sollst. Oder Entscheidungen von dir verlangt werden, während du dich gerade in einem tiefen Entspannungszustand befindest.

Das gehört in einen Geburtsplan.

Sicher, es kann immer zu Situationen kommen, in denen du relativ schnell eine Entscheidung treffen musst. Damit du aber genau dann in deiner Ruhe, in deiner Entspannung bleiben kannst, solltest du dir bereits lange vor der Geburt Gedanken darüber machen, was dir für deine Geburt wichtig erscheint. Dazu gehören unter anderem deine Tendenzen im Hinblick auf medizinische Untersuchungen oder medikamentöse Interventionen. Aber auch, wie du den Raum gestalten möchtest, in welchem du gebären wirst. Vielleicht tut dir ein bestimmter Duft besonders gut oder es gibt eine Musik, mit der du schnell in deine Entspannung findest. Mach dir vorher Gedanken darüber, was du mitbringen möchtest und was dir wichtig ist. 

Geburtsplan schreiben und darüber sprechen.

Halte das, was du dir für deine Geburt wünscht, schriftlich fest und nimm dieses Schriftstück zum Vorbereitungsgespräch an deinem geplanten Geburtsort mit. Damit das medizinische Personal vor Ort nicht ihrem üblichen Routineverfahren folgt, musst du mit ihnen über deine Vorbereitung und deine Präferenzen sprechen. In der Regel sind Hebammen und Ärzte offen für das, was dir wichtig ist.

Gib die Liste also nicht einfach nur ab, sondern suche auf jeden Fall das Gespräch und stelle viele, viele Fragen. Du wirst sehen, dass du hier mit den meisten Punkten in den Geburtsstätten offene Türen findest. Und du wirst dem Personal auch versichern, dass sie deine volle Mitarbeit haben, wenn eine medizinische Notwendigkeit entsteht.

Kopie des Geburtsplans in die Akte.

Solltest du einen Geburtsort mit einer rotierenden Belegschaft von Ärzten und Hebammen gewählt haben, stelle sicher, dass eine Kopie deiner Präferenzliste in deine Akte gelegt wird. Falls du einen Geburtsbegleiter an deiner Seite hast, ist es seine Aufgabe, die entsprechenden Punkte an das diensthabende Personal zu kommunizieren. 

Denke immer daran: eine Geburt ist ein einmaliges Erlebnis. Es gib keinen zweiten Versuch. Bereite dich so vor, dass du ein positives Geburtserlebnis haben wirst.

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