Mit Affirmationen zu einer positiven Geburt

Es ist gut möglich, dass du schon etwas von Affirmationen oder Suggestionen gehört hast. Beide Begriffe werden häufig im Zusammenhang mit persönlicher Entwicklung gebraucht. Sie bedeuten in etwa das gleiche und unterscheiden sich lediglich darin, in welchem Setting sie verwendet werden. Wie du Affirmationen für deine Geburt nutzen kannst und wo es Grenzen gibt, das verrate ich dir in diesem Artikel.

Affirmationen kommen aus dem Mentaltraining und werden auch bei persönlicher Entwicklung eingesetzt

Eine Affirmation (ich reduziere mich in diesem Text auf diesen Begriff) ist ein selbstbejahender Satz, den du dir selbst immer und immer wieder sagen oder denken kannst, um deine Gedanken umzuprogrammieren.

Klingt das zu sehr nach IT? Der Ursprung von Affirmationen liegt im Mentaltraining, hat also nichts mit Computer und Co. zu tun. 

Mit Affirmationen können Denken, Fühlen und Handeln verändert werden

Das Ziel der Affirmationen ist es, das Verhalten und die Gefühle dauerhaft zu verändern. Und weil Denken, Fühlen und Handeln sich wechselseitig bedingen und zusammenhängen, kann man mit Hilfe von Affirmationen die Gedanken dauerhaft ändern, wodurch sich auch das Handeln verändern wird. Im Bezug auf deine Geburt bedeutet das: Affirmationen können deine Gedanken und deine Gefühle in eine positive Richtung lenken, so dass dir deine Geburt leichter fallen kann.

Bearbeitung von unliebsamen Glaubenssätzen

Affirmationen zu nutzen ist also eine recht einfache und im Übrigen auch sehr bekannte Methode, wenn es darum geht, Gefühle, Gedanken und Glaubenssätze zu verändern. Durch eine wiederkehrende Wiederholung von positiven Affirmationen programmiert man das Unterbewusstsein quasi neu.

Ich zeige dir ein paar Beispiele für Affirmationen, die du im Zusammenhang mit deiner Geburtsvorbereitung anwenden kannst:

Mein Baby wächst genau so, wie es richtig ist.

  • Mein Körper ist gelöst in totaler Entspannung.
  • Ich kann loslassen weil ich meinem Körper vertraue.
  • Ich übergebe das Gebären meinem Körper. 
  • Ich folge der Führung meines Babys.

Übrigens müssen nicht alle der im Beispiel genannten Affirmationen auch für dich passen. Es kann sein, dass sich der eine oder andere Wortlaut für dich holprig anhört. Vielleicht sind Worte dabei, wie du sie selbst nie in den Mund nehmen würdest. Dann gilt es, die Sätze so anzupassen, dass sie zu dir passen. Es muss für dich stimmen. 

Sind Affirmationen ein Garant für eine positive Geburt?

Nein, mit Affirmationen allein wirst du nicht automatisch eine positive Geburt erleben. Wie bei den meisten Übungen und Werkzeugen der Geburtsvorbereitung greifen viele Methoden so ineinander, dass sie als Gesamtes die beste Wirkung erzielen können. Und gerade bei Affirmationen scheint es, dass sie am besten bei schwangeren Frauen funktionieren, die schon ein hohes Selbstvertrauen in sich, ihren Körper und in die bevorstehende Geburt haben.

Das Vertrauen in die Geburt sollte bereits gestärkt sein

Bei Schwangeren, die noch sehr viel Angst vor der Geburt haben, können positive Affirmationen sogar das Gegenteil bezwecken und dazu führen, dass diese Frauen sich noch schlechter fühlen. Nach dem Motto: „Jetzt verinnerliche ich schon so lange die positiven Affirmationen und ich habe immer noch Angst!“. Woran liegt das? Das liegt daran, dass diese Frauen einen inneren Konflikt verspüren, wenn sie sich etwas „einreden“, was nicht mit ihren Erfahrungen, ihren Erwartungen und Glaubenssätzen übereinstimmt. Es ist also unbedingt notwendig, dass du dir als schwangere Frau genau anschaust, welche negativen Gedanken und Erwartungen in dir schlummern. Nimm diese bitte ernst. Warum das so wichtig ist, habe ich bereits in einem früheren Blog-Artikel beschrieben. Erst, wenn du neutraler, selbstbewusster und selbstsicherer auf deine bevorstehende Geburt schaust, wirst du die ganze positive Kraft von Affirmationen für deine Geburt nutzen können.

Wie finden Affirmationen nun Anwendung für deine positive Geburt?

Den besten Effekt erzielen Affirmationen, wenn du sie dir im Zuge einer Selbsthypnose-Übung anhörst. Denn wenn du dich in einem absolut tiefen Entspannungszustand befindest (und Achtung: Hypnose heisst nicht, dass du nicht mehr Herr/Frau deiner Sinne bist und nichts mehr mitbekommst; im Gegenteil: deine Aufmerksamkeit ist in diesem Zustand schärfer als im Alltag), dann ist die Pforte zu deinem Unterbewusstsein geöffnet, so dass die bejahenden Sätze ihre ganze Kraft ausspielen können.

Kommentar verfassen